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Pigmente im Masterbatch verstehen

Eine kleine Farbmittelkunde für alle, die Kunststoffe einfärben

Wer einen neuen Farbton für ein Kunststoffprodukt entwickelt, denkt zuerst an Design, Wirkung und Funktion. Als Ihr Masterbatch-Hersteller kümmern wir uns um die Machbarkeit der Anforderungen. Unser A und O ist dabei das Know-how rund um die richtigen Farbmittel. 
 

Die Aufgabe und Funktion von Pigmenten im Masterbatch

Pigmente sind nahezu unlösliche Farbmittel. Sie erzeugen Farbe, indem sie einen Teil des einfallenden Lichts absorbieren und den Rest reflektieren oder streuen. Erst daraus entsteht der sichtbare Farbeindruck im Auge. Das Wort Pigment leitet sich vom lateinischen pigmentum ab, was so viel wie Malerfarbe bedeutet.

Pigmentfamilien, die für Kunststoff relevant sind

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Hauptgruppen:

  • Organische Pigmente basieren auf Kohlenstoffverbindungen. Sie überzeugen durch hohe Brillianz und Farbkraft. Ihre Temperatur- und Wetterbeständigkeit ist jedoch pigmentabhängig und muss sorgfältig geprüft werden. Organische Pigmente gelten typischerweise als transparenter.
     
  • Anorganische Pigmente werden überwiegend aus mineralischen Rohstoffen gewonnen. Sie sind thermisch deutlich belastbarer und sehr witterungsbeständig. Sie liefern dafür eine vergleichsweise geringere Farbbrillianz und gelten als opak.  

Das wichtigste Weißpigment ist Titandioxid, das für eine hohe Deckkraft unverzichtbar ist. Bei Schwarz dominieren Industrieruße. Sie sollten jedoch nicht mehr in recyclingfähigen Verpackungen und Produkten eingesetzt werden, da sie die Sortierbarkeit für einen Kreislauf einschränken.

Effektpigmente bilden eine eigene Kategorie. Aufgrund ihrer plättchenförmigen Struktur erzeugen sie Glanz-, Schimmer- und Metallic-Effekte, die mit herkömmlichen Pigmenten nicht erzielbar sind. Sie sind empfindlicher gegenüber Scherung und stellen besondere Anforderungen an die Verarbeitung und Formulierung. 

Was steckt sonst noch im Masterbatch?

Zu den Pigmentpräparationen kommen Füllstoffe hinzu, die gezielt zur Modifizierung der Material- und Verarbeitungseigenschaften eingesetzt werden, beispielsweise zur Verbesserung des Fließverhaltens, der Abriebfestigkeit oder der mechanischen Stabilität. Ein Masterbatch ist somit weit mehr als eine Farbrezeptur: Es ist ein abgestimmtes System aus Farbmitteln, Additiven, Füllstoffen und Trägermaterial.

Warum ein Farbton manchmal schwieriger erreichbar ist

Auch wenn ein Wunschfarbton auf einem Lackfächer oder in einem anderen Material überzeugend wirkt, lässt er sich nicht immer schnell oder einfach umsetzen.

Bei der Einfärbung von Kunststoffen spielen viele Faktoren zusammen: die Pigmentchemie, die Konzentrationen, die Träger- und Zielpolymere mit ihren Eigenschaften und Eigenfarben, die Verarbeitungstemperaturen und die spätere Anwendung. Hinzu kommen regulatorische Anforderungen, beispielsweise verschiedene Normen für sensible Anwendungen oder Migrationsgrenzen u. v. m.

Genau hier wird es anspruchsvoll: Nicht jedes Pigment, das theoretisch einen gewünschten Farbton liefern könnte, ist auch zulässig. Wer Produkte für den Kontakt mit Lebensmitteln, die Medizintechnik, Spielzeug oder den Außeneinsatz entwickelt, bewegt sich in einem engen Korridor zugelassener Farbmittel. Die Anforderungen aus REACH, verschiedenen Lebensmittelnormen oder länderspezifischen Vorschriften schränken die Auswahl erheblich ein. Manchmal stehen für einen Farbton nur sehr wenige geeignete Pigmente zur Verfügung. 

Hinzu kommt: Selbst zwei Pigmente mit identischem Colour Index, also derselben definierten Farbtönung, können in der Praxis unterschiedlich ausfallen. Unterschiede in der Partikelgröße, im Herstellprozess oder im Dispresionsverhalten führen dazu, dass scheinbar gleiche Ausgangsprodukte im Kunststoff anders wirken. Das wird besonders bei hellen, transparenten oder sensiblen Tönen schnell sichtbar.

Was das für die Entwicklungsarbeit bedeutet

Ein funktionierender Farbton entsteht nicht allein durch die Wahl eines passenden Pigments, sondern durch die richtige Kombination aus Farbmittel, Trägersystem, Dispergierung, Dosierung und Prozessführung. Unser Ziel ist es nicht nur, den Farbton möglichst genau zu treffen. Er muss im Produktionsprozess stabil, reproduzierbar und anwendungsgerecht funktionieren. Was wir dabei einbringen und prüfen:

  • Farbmittelauswahl unter Berücksichtigung von Polymer, Verarbeitungstemperatur, Anwendung und regulatorischen Anforderungen
  • Dispergierungsqualität: gleichmäßige Verteilung der Pigmentpartikel, die über Farbhomogenität und Oberflächenqualität entscheidet.
  • Migrationsverhalten: insbesondere bei Farbstoffenoder Andwendungen mit Materialkontakt
  • Licht- und Wetterechtheit: für Außenanwendungen oder UV-exponierte Produkte
  • Thermische Stabilität bei der Verarbeitung und über die gesamte Produktlebensdauer
  • Recyclingkompatibilität: und dass aus den Masterbatches im Kreislauf keine schädlichen Abbauprodukte entstehen.
  • Reproduzierbarkeit: ein und derselbe Farbton, Serie für Serie. 

Das bedeutet in der Praxis: Wir sprechen offen darüber, was möglich ist und was nicht. Wenn ein gewünschter Farbton unter den gegebenen Anforderungen nicht oder nicht vollständig erzielbar ist, sagen wir das frühzeitig und erarbeiten gemeinsam mit Ihnen eine technisch tragfähige Alternative.

Farbton entwickelt? Wir helfen weiter. 

Sie haben einen Ziel-Farbton und fragen sich, ob er im Kunststoff machbar ist? Wir sprechen offen darüber, was geht - und was nicht.
Kontaktieren Sie uns unter: der telefonisch: +49 (0) 9571 789-0

Weiterführende Links:

Lifocolor | Masterbatches

Lifocolor | Herausforderungen bei Farbeinstellungen

Lifocolor | Wetter- und Lichtechtheit